Mehrstufiges Qualitätssicherungskonzept der KfW

03.07.2014 15:07 von Sara Wagner

KfW-Effizienzhäuser und Einzelmaßnahmen

Verschiedene Medien beschäftigen sich derzeit mit dem Themenkomplex Qualitätssicherung in den KfW-Programmen "Energieeffizient Bauen und Sanieren" (kurz: EBS). Anlässlich dessen stellen wir nachfolgend das Qualitätssicherungskonzept der KfW, die vorhabensbezogene Unabhängigkeit bei Sachverständigen und die Energieeffizienz-Expertenliste vor: 

1. Hintergrund und Elemente des Qualitätssicherungskonzeptes

Die anspruchsvollen Standards der KfW-Effizienzhäuser und Einzelmaßnahmen stellen hohe Anforderungen an die Qualität einer energetischen Konzeption und Planung sowie der fachgerechten Umsetzung. Bauherren müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Gebäude das geplante energetische Niveau nach der Fertigstellung auch tatsächlich erreicht. Die KfW hat daher ein umfangreiches Qualitätssicherungssystem implementiert und entwickelt dieses kontinuierlich weiter.

Mit dem Qualitätssicherungssystem werden insbesondere folgende Ziele verfolgt:

  • Die programmgemäße Mittelverwendung zu gewährleisten
  • Die hohe Sanierungs- und Umsetzungsqualität ("Verbraucherschutz") zu gewährleisten
  • Die automatisierten Prozesse abzusichern

Das Qualitätssicherungssystem besteht aus eng verzahnten Elementen, die auf Einzelprojektebene während des gesamten Bauprozesses die Umsetzung der Förderstandards gewährleisten:

Vorhabensplanung

  • Transparente energetische Kriterien sowie weitere fachliche Anforderungen in den Programmbedingungen, wie z. B. die verbindliche Einbindung eines sachverständigen Energieberaters aus der qualitätsgesicherten Energieeffizienz-Expertenliste

Antragstellung und Zusage

  • Automatische Plausibilitätsprüfung der energetischen Berechnung im Rahmen der Antragstellung über das Energieeffizient-Bauen-und-Sanieren-Prüftool („Online-Bestätigung zum Antrag“)
  • Prüfung der Berechnungsunterlagen von KfW-Effizienzhäusern direkt nach Zusage (Stichprobenkontrolle 1)

Umsetzungsphase

  • Die KfW fördert die energetische Fachplanung und Baubegleitung im Rahmen einer energetischen Sanierung mit einem zusätzlichen Zuschussprogramm für den Bauherrn

Vorhabensabschluss

  • Prüfung der Nachweise und Rechnungen (Stichprobenkontrolle 2)
  • Prüfung der umgesetzten Maßnahmen (Vor-Ort-Kontrolle)

 2. Vorhabensbezogene Unabhängigkeit von Sachverständigen

Seit dem 01.06.2014 ist der Eintrag des Sachverständigen in die qualitätsgesicherte Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes (kurz: Expertenliste, s.u.) sowohl für die Umsetzung der Baumaßnahmen zum Erreichen der KfW-Effizienzhaus-Standards wie auch für die Ausführung von Einzelmaßnahmen bindend. Das bedeutet im Einzelnen:

Sanierung zum KfW-Effizienzhaus:

  • Der Bauherr muss für die energetische Beratung, Planung und Baubegleitung Sachverständige aus der Expertenliste auswählen, die für das jeweilige Vorhaben weder mit den bauausführenden Unternehmen oder Lieferanten verbunden sind, noch ihre Lieferungen und Leistungen vermitteln dürfen. Bauausführende Unternehmen oder Lieferanten bzw. deren angestellte Sachverständige müssen sich am jeweiligen Bauvorhaben entscheiden, ob sie als Sachverständige oder bauausführende Unternehmen/ Lieferanten tätig werden.

Sanierung mit Einzelmaßnahmen:

  • Der Bauherr muss für die energetische Beratung, Planung und Baubegleitung Sachverständige auswählen. Der Sachverständige kann aber mit den bauausführenden Unternehmen verbunden sein, muss aber in der Expertenliste eingetragen sein. Damit tragen wir gemeinsam mit dem BMWi dem Wunsch nach einem einfachen und unkomplizierten Zugang zu Fördermitteln insbesondere auch bei kleinteiligen Einzelmaßnahmen Rechnung, weil die Qualität der bauausführenden Sachverständigen durch Eintragung in die Expertenliste gewährleistet wird. Darüber hinaus hat der Bauherr zusätzlich die Möglichkeit, bei Beauftragung einer Einzelmaßnahme einen zusätzlichen Sachverständigen einzubinden.

Die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen unabhängigen Sachverständigen wird von der KfW mit einem zusätzlichen Zuschuss in Höhe von bis zu 50 % der Kosten (max. 4.000 Euro pro Vorhaben) gefördert.

 

3. Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes

Die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes (kurz: Expertenliste) wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), dem ehemaligen Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) gemeinsam mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) und der KfW eingerichtet, um die Qualität in den Förderprogrammen zu verbessern.

Die Expertenliste wird von der Deutschen Energie-Agentur (dena) als Koordinierungsstelle geführt. Die Ausgestaltung und Weiterentwicklung der Expertenliste erfolgt in laufender Abstimmung mit BMWi, Bafa und KfW.

Die Eintragungskriterien für die Expertenliste liegen, wie die Förderziele in den EBS-Programmen, über den ordnungsrechtlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV). Ausgehend von bestimmten Grundqualifikationen sind weitere Zusatzqualifikationen im Bereich der Gebäudeenergieeffizienz definiert, wodurch eine einheitlich hohe Qualität der eingetragenen Experten in der Liste gewährleistet wird. Darüber hinaus müssen die gelisteten Sachverständigen regelmäßig Weiterbildungen absolvieren und ihre Fachkenntnis an Hand von Praxisleistungen nachweisen, die stichprobenhaft kontrolliert werden.

Wenn im Rahmen der Stichprobenprüfungen Mängel an der Leistung des Experten festgestellt werden, hat dies in Abhängigkeit von der Schwere der Mängel Konsequenzen, die von zusätzlichen Fortbildungsmaßnahmen bis zur Löschung von der Liste reichen.

Die Expertenliste ist seit dem 01.06.2014 verbindlich für die EBS-Programme anzuwenden.

Natürlich sind wir auf der Effizienzhaus-Experten Liste!

Meldung vom 02.07.2014 / KfW (weitere Informationen)

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